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Northland

(25.01.2006) Kia ora zusammen!!!

Wie versprochen melde ich mich heute mit meinem wahrscheinlich letzten Beitrag aus Neuseeland. Allerdings bin ich noch nicht, wie eigentlich gedacht, in Auckland, sondern noch etwa dreihundert Kilometer weiter noerdlich. Wir planen morgen in Auckland zu sein, von wo ich am Freitag Abend auch nach Sydney fliegen werde.

Ja, der Abschied liegt schon sehr schwer in der Luft, und ich muss zugeben, dass es mir nicht leicht faellt, denn das Vierteljahr hier war definitiv eine der schoensten, wertvollsten und natuerlich auch erlebnisreichsten Erfahrungen, die ich in meinen 25 Jaehrchen gemacht hab!!!! Aber umso mehr freu ich mich darauf in drei Tagen meinen Bruder zu sehen, und mit ihm gemeinsam meine grosse Reise ausklingen zu lassen. Und natuerlich freu ich mich auch wieder sehr darauf EUCH ALLE zu sehen, Euch von meinen Erlebnissen zu erzaehlen, Euch die vielen vielen Bilder zu zeigen; und selbstverstaendlich bin ich auch ganz gespannt darauf, was in der Zwischenzeit daheim alles so geschehen ist. Nur auf eins freu ich mich ganz und gar nicht: und das sind die bestimmt 50 Grad Temperaturunterschied... (hier hat's immer so knapp 30 Grad und in Sydney wohl sogar ueber 40)... ich hoff sehr, dass ich nicht erfrier in den heimatlichen Gefilden ;-)

Aber jetzt noch einige Saetze zu meinen letzten Tagen hier im Norden der Nordinsel Neuseelands. Wie ich Euch bereits erzaehlt hab, sind wir ja zu fuenft gereist: zwei Tiroler (Barbara und Markus), zwei Nordlichter und ich als einzige Sueddeutsche :-))) Wie Ihr Euch sicherlich denken koennt, gab es da nicht nur einmal gravierende sprachliche Huerden zu meistern... was allerdings natuerlich immer mit grossem Gelaechter verbunden war.

Die ersten Tage unserer Northlandreise hatten wir fantastisches Wetter. Wir haben auf wunderschoenen Campingplaetzen genaechtigt, immer direkt an einem Fluss oder am Meer. Unterwegs haben wir uns riesige Wasserfaelle angeschaut, haben traumhafte Landschaften durchfahren und wieder sehr viel ueber die Maori-Kultur gelernt: Wir haben ein altes Maoridorf besichtigt und waren in Waitangi im Treaty House, in welchem der Vertrag zwischen den Maori und der englischen Regierung im Jahre 1840 unterzeichnet wurde.

Vor zwei Tagen sind wir dann ganz hoch zum Nordzipfel gefahren, entlang des beruehmten "Ninety Mile Beach". Waehrend wir da so hochfuhren, ist das Wetter allerdings immer schlechter geworden und es hat schliesslich in Stroemen geregnet. Nichtsdestotrotz sind wir fast bis zum Nordkap durchgefahren und haben dort oben so ca. drei Kilometer vor diesem noerdlichsten Punkt Neuseelands, an dem der Pazifik und das Tasmanische Meer aufeinandertreffen, in einem kleinen Campingplatz an der Sandy Bay uebernachtet. Campingplatz heisst: eine Wiese, Plumpsklos und kalte Duschen... dazu gratis Regen, Regen, Regen :-)!!! Aber trotz des Regens ham wir's uns mit Plastikplanen und Decken unterm Baum, abgeschirmt von unserem Busle und Markus' Auto, doch noch sehr gemuetlich machen koennen. Was wir allerdings nicht bedachten, war, dass die 20 Kilometer Schotterstrasse, auf welcher wir an die Sandy Bay gefahren sind, ja vielleicht weich werden koennte, wenn es die ganze Nacht regnet und stuermt. Tja, dafuer mussten wir das am naechsten Tag spueren: schon nach fuenfzig Metern sind wir das erste Mal mit unserem Busle festgesteckt. Es folgten einige weitere Male, bis das Busle schliesslich mit dem ganzen "Hinterteil" in den Graben gerutscht ist... nichts ging mehr... erst als ein Mann vom D.O.C. (das sind hier die Menschen, die fuer Naturdinge, z.B. die Aufsicht von Nationalparks usw. zustaendig sind) mit seinem riiesigen Jeep kam, ham wir's mit seiner und vor allem seines Autos Hilfe geschafft den Wagen aus dem Graben zu ziehen. Es folgten weitere 18 Kilometer voller Bibbern und Schlittern, da die Strasse weiterhin total aufgeweicht und voll Schlamm war. Aaaaber wir haben es geschafft, und eins weiss ich sicher: Abenteuer hatte ich auf meiner Reise nun definitiv genug :-)))

Mittlerweile sind wir nun wieder auf traumhaften asphaltierten Strassen und werden heute noch ein Stueck gen Sueden fahren, bevor ich morgen meine letzte Neuseelandnacht in einem Hostel in Auckland verbringen werde. Von den drei Jungs haben wir uns heute schon verabschiedet und am Freitag muss ich dann auch wohl oder uebel Barbara "Auf Wiedersehen" sagen... wir sind mittlerweile immerhin fast anderthalb Monate zusammen gereist.

Aber ein bissel Zeit hab ich ja noch bis Freitag 17 Uhr, und die werde ich auch in vollen Zuegen geniessen :-))) Ich schicke Euch hiermit die letzten neuseelaendischen Sonnenstrahlen und Gruesse und werde mich natuerlich ganz bald von Sydney aus wieder melden, Eure Meike.